Die Wahl des richtigen Kameramodells ist eine wesentliche, wenn auch nicht ganz einfache Entscheidung, die auch bei Hobbyfotografen eine immer wichtigere Rolle spielt.

Der wesentliche Unterschied zwischen digitaler und analoger Fotografie ist die Bilderfassung. Während im Analogbereich der Film für die Erfassung und Speicherung des Bildes zuständig ist, wird dies im Digitalbereich getrennt. Die Erfassung der Bildinformationen findet über den Sensor statt. Im Anschluss verarbeitet die Kamera die Bildinformationen und speichert diese auf dem entsprechenden Speichermedium. Der Vorteil ist hierbei, dass der Fotograf sofort das Ergebniss auf dem eingebauten Monitor der Kamera sieht und gegebenenfalls korrigieren kann. Desweiteren ist es auch kein Problem Belichtungsreihen automatisch zu erstellen, oder das Motiv in verschiedenen Variationen aufzunehmen um sich dann zu Hause in Ruhe zu entscheiden was einem am besten gefällt. Der Kostenfaktor Film und Entwicklung fällt dadurch weg.


Wer kennt das nicht von Früher: man nimmt 10 Filme mit in den Urlaub, kommt zurück und schickt die Filme erstmal ins Labor zur Entwicklung. 14 Tage warten und dann über 300 Bilder sichten und aussortieren. Und dann stellt man mit Entsetzen fest, dass die wichtigsten Motive total überbelichtet sind, oder irgendjemand durchs Bild gerannt ist. Leider ist man jetzt aber 2000 km entfernt und hat keine Chance mehr die Fehler zu korrigien. Mit einer Digitalkamera kann man solche Fehler jederzeit korrigieren, weil man die sofortige Kontrolle über die Ergebnisse hat.

Und nie war es einfacher, ein individuelles Fotoalbum zu erstellen. Entweder postet man die Bilder auf der eigenen Webseite oder Facebook ect., oder man erstellt einfach schnell am PC ein Fotobuch und hat dieses meist nach einer Woche im Briefkasten.

Bei der Auswahl einer neuen Kamera fällt die  Entscheidung für mögliche Systeme mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen jedoch immer schwerer.

Daher sollte eine Kauf-Beratung auf diese Besonderheiten eingehen. Moderne Kameras unterscheiden sich in folgende Klassen:

 

  • Kleine Kompaktkameras
    • Großer Vorteil dieser Kameras ist die sehr kompakte Bauweise, was diese Kameras zu idealen täglichen Begleitern macht.
    • Kompaktkameras zeichnen sich zudem durch meist einfache Bedienung aus. Sie haben jedoch Einschränkungen bei den individuellen Einstellmöglichkeiten.
    • Dieser Kameratyp eignet sich meist sehr gut als klassische Immerdabei-Kamera, da sie in jeder Handtasche oder Hosentasche Platz findet.

 

Die neueren Modelle besitzen mittlerweile auch Bildstabilisatoren, erkennen teilweise auch schon Gesichtszüge und haben Automatiken mit denen der sogenannte Roteaugeneffekt beim blitzen vermieden werden kann bzw. nachträglich behoben wird. Durch immer günstig werdende Speicherpreise haben sie genug Speicher für eine ausgedehnte Urlaubsreise, sind sehr bedienungsfreundlich und vor allem - das haben sie den anderen Kameras voraus - sind sie teilweise sehr viel stabiler und handlicher, als die teuren Geräte. Bei durschnittlichen 12-14 MP Auflösung können locker Ausdrucke bis A3 gemacht werden.

Wer einfach nur gerne und schnell Fotos als Erinnerung aufnehmen möchte, nicht zu viel Gepäck dafür aufwenden möchte, keine großen Ambitionen zur Bildbearbeitung hat, oder eine Kamera für Kinder sucht, die sich an die Fotografie heran tasten wollen, der ist mit Kompaktkameras bestens bedient. Der ideale Kameratyp zum immerdabei haben, in der Anschaffung meistens sehr günstig für die gebotene Qualität.


  • Bridge-Kameras
    • Diese Kameras sind in der Regel deutlich größer, und verfügen häufig über einen großen Zoombereich.
    • Bridge-Kameras besitzen meist einen digitalen Sucher zusätzlich zum Display. 
    • Zum Teil ist ein Blitzschuh für ein externes Blitzgerät vorhanden.
    • Bridge-Kameras bieten z. T. Bedienfunktionen, die sonst nur in SLR-Kameras zu finden sind.

 

Die Bridgekamera ist eine Kombination aus Kompakt- und Spiegelreflexkamera. Will der Amateur oder ambitionierte Einsteiger also seinen Kameratyp ermitteln, ist er hier genau richtig. Die Bridgekamera zeichnet sich durch teilweise riesige Zoomstufen aus, teilweise bis zu 700 mm Brennweite auf den Kleinbildbereich bezogen. Durch grössere Sensoren besitzen Bridgekameras meist eine bessere Bildqualität gegenüber Kompaktkameras. Gleichzeitig sind sie sehr viel leichter und kompakter, als der größere Bruder D-SLR. Die Grenzen zeigen sich schnell, wenn man weiter hinaus will, denn auch wenn es Zubehör zu kaufen gibt, ist es ab einer bestimmten Qualität unter Umständen sehr teuer und nicht so Umfangreich wie Bei D- SLR Kamreas. Systemblitze kann man meistens benutzen, Filter (Polfilter, Graufilter ect.) sind wenn entsprechende Gewinde am Objektiv vorhanden sind, auch benutzbar. Ein austauschen der Objektive ist nicht möglich, das ist den System- oder Spiegelreflexkameras vorbehalten. Dafür hat man sein Objektiv vom Weitwinkel bis zum Telebereich immer dabei und ist schneller Schussbereit wie manch ein D- SLR Besitzer. Bestehende Programmautomatiken unterstützen den Nutzer beim fotografieren, aber es ist durchaus auch möglich voll manuell einzugreifen. Wer sich noch nicht an eine Spiegelreflexkamera heran traut, aber die eingeschränkten Funktionen einer Kompaktkamera nicht ertragen kann, sondern auch während des Fotografieren Einfluss auf Helligkeit, Brennweite und Verschlusszeit haben will, der kann mit einer Bridgekamera glücklich werden.

Bridgekameras sin ideal für Fotografen, die viel unterwegs sind und nicht allzuviel Gepäck mitnehmen wollen oder können. Wer z.b. schon mal eine ausgedehnte Fahrradtour gemacht hat und seine D-SLR Ausrüstung dabei hatte, der weiß die Vorteile einer kompakten, handlichen und meistens auch leichteren Bridgekamera zu schätzen.


  • Systemkameras  
    • meistens kleiner und kompakter als Bridgekameras.
    • Verschluss- und Blendenvorwahl gehören auch indieser Klasse zur Standardausstattung und bieten ähnliche Gestaltungsmöglichkeiten wie Bridgekameras und Spiegelreflexmodellen.
    • Der Vorteil der Systemkameras gegenüber Bridgekameras liegt in der Austauschbarkeit der Objektive. 
    • Systemkameras besitzen keinen Spiegel und "belichten direkt" auf den Sensor (wie Bridgekameras).


  • D-SLR-Kameras  
    • SLR steht für Single Lens Reflex / zu deutsch also Spiegelreflex- Kamera
    • Verschluss- und Blendenvorwahl gehören in dieser Klasse zur Standardausstattung und bieten somit erweiterte Möglichkeiten an kreativer Bildgestaltung. Vor allem bei schlechteren Lichtsituationen zeigen sich aufgrund der größeren Sensorformate deutliche Vorteile gegenüber den kompakten Kameramodellen, die wegen ihrer kleineren Sensoren häufig zu schlechterem Rauschverhalten neigen.
    • Ein erheblicher Vorteil liegt in der Austauschbarkeit der Objektive. Der Fotograf kann sich für jede Situation das passende Objektiv aussuchen, während er bei Kompaktmodellen und Bridge-Kameras gebunden ist.

Die sogenannte "Königsklasse" der Kameras besticht durch künstlerische Freiheit, eine enorm gute Bildqualität und mittlerweile auch den Vorteil der digitalen Fotografie. Immer noch verhältnismässig teuer (mit entsprechenden "Objektivpark"), aber mittlerweile auch für Hobbyfotografen immer erschwinglicher.
Zoom, Brennweite, genaue Voreinstellung ganz nach äußeren Lichtverhältnissen, Motiv oder Fokus, gerne auch automatisiert, mit Reihenfotografie, der Möglichkeit zum Erweitern - eine Spiegelreflexkamera hat den Vorteil, dass selbst ein günstiges Modell durch gutes Zubehör für den Berufsfotografen ausreicht bzw. kontinuierlich erweitert werden kann. Wer keine Angst davor hat, sich erst einmal mit der Technik und Bedienung zurecht zu finden, wird schnell anspruchsvolle Fotos schießen können, die sich auch in der Nachbearbeitung durch ihre hohe Qualität lohnen.


Da man mittlerweile auch schon ab 600 - 700€ gute Spiegelreflexkameramodelle im Kit mit 2 Objektiven kaufen kann, sind immer mehr Hobbyfotografen zum Umstieg in die nächsthöhere Klasse bereit. Wer höhere Ansprüche an seine Bilder stellt, auch bei schwierigen Lichtverhältnissen Fotografieren möchte, zur Weiterbearbeitung Fotos schießt oder sie sogar veröffentlichten will, der sollte mit einem Spiegelreflexmodell durchaus glücklich werden. Aber auch hier sollte man bedenken: das Zubehör ist zwar reichlich, aber meistens auch recht teuer. Und es besteht durchaus ein gewisser Suchtfaktor nach mehr.



Foto: www.canon.de








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